Wie sicher ist Korea

Wie sicher ist Korea?

Die Sicherheitslage in Südkorea.

Dieses Kapitel behandelt die Frage nach der Sicherheit in Korea. Zuallererst ist es mir jedoch ein Bedürfnis, aus eigener Erfahrung zu berichten denn die waren durchweg positiv. Aus meiner Sicht ist Korea ein sehr sicheres Land. Die überwiegende Mehrheit der Koreaner ist sehr ehrlich und stets hilfsbereit. Trotzdem ist in Korea nicht alles heile Welt und so gibt es natürlich auch Kriminalität, die sich jedoch überwiegend auf Taschendiebstahl beschränkt.

Der Koreakrieg – der vergessene Krieg.

Will man die aktuelle Sicherheitslage in Korea ausführlich beschreiben, um sie verständlich zu erklären, kommt man um einen kurzen historischen Abriss des Koreakriegs nicht herum. Um den Koreakrieg zu erklären, sollte man also am Anfang mit der Frage nach dem Auslöser des Kriegs beginnen. Die Geschichte rund um den Koreakrieg fängt streng genommen mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Kapitulation Japans an. Denn im September 1945 einigten sich die damaligen Großmächte auf eine Teilung Koreas entlang des 38. Breitengrads. Während die damalige Sowjetunion für das Gebiet nördlich des 38. Breitengrads die Verantwortung übernahm, besetzten die USA das südlich gelegene Gebiet der koreanischen Halbinsel.

Beide Machthaber beanspruchten fortan den Führungsanspruch für die gesamte koreanische Halbinsel für sich. Es fehlte beiden allerdings die Unterstützung durch ihre jeweiligen Großmächte. Was folgte, waren vereinzelte Grenzscharmützel. Schließlich konnte jedoch Josef Stalin von Kim Il-Sung von einer Invasion des südlichen Teils überzeugt werden und so übertraten am 25. Juni 1950 nordkoreanische Truppen ausgestattet mit russischen Rüstungsgütern den 38. Breitengrad.
Innerhalb von acht Tagen befand sich die nordkoreanische Armee in der südlichen Hafenstadt von Busan und hatte mehr als 90 % der Halbinsel unter ihrer Kontrolle.

Zwischenzeitlich hatte sich allerdings Widerstand in der UN formiert und so entsandten über 16 Mitgliedsländer Soldaten nach Busan, um die koreanische Halbinsel nicht der kommunistischen Herrschaft zu überlassen. Was folgte, war eine erfolgreiche Rückeroberung unter dem amerikanischen General MacArthur, die weit über den 38. Breitengrad hinausging.

Als am 25. Oktober 1950 von den USA angeführte Truppen sich den Grenzen Chinas näherten, griff Mao Zedong in den Koreakrieg ein und drängte die UN-Truppen zurück. Der Frontverlauf verschob sich anfänglich noch auf das Gebiet südlich von Seoul und zementierte sich dann wieder um den 38. Breitengrad. Beide Armeen schienen fortan ebenbürtig zu sein, was den Start für Friedensverhandlungen in Panmunjeom auslöste. Nach zähen Verhandlungen, die sich größtenteils um den Austausch von Kriegsgefangenen drehten, wurde am 27. Juli 1953 ein Waffenstillstand unterzeichnet.

Dem aufmerksamen Leser dürften zwei Dinge aufgefallen sein. Zum einen ist der Koreakrieg ein klassisches Beispiel für einen Stellvertreterkrieg – die eigentlichen Machthaber, die die koreanischen Bürger repräsentieren, spielen lediglich eine untergeordnete Rolle. Zum anderen wurde lediglich ein Waffenstillstand unterschrieben. Eine Friedenserklärung, die das offizielle Ende des Kriegs bedeuten würde, gibt es bis heute nicht. Daher bezeichnet man den Koreakrieg auch als den vergessenen Krieg. Die Südkoreaner verwenden auch als Synonym das Datum des offiziellen Ausbruch des Kriegs „6.25“.

Ein gutes Buch zur Geschichte des Koreakriegs und deren heutige Auswirkungen, geschrieben von Bernd Stöver ist hier erhältlich.

Die heutige Sicherheitslage.

Beide Länder stehen sich also seit den 1950er Jahren unversöhnlich gegenüber und befinden sich formal gesehen noch im Krieg. Der 38. Breitengrad ist seitdem durch eine vier Kilometer breite Demarkationslinie oder auch demilitarisierte Zone (DMZ) gekennzeichnet. Besonders unter der atomaren Bedrohung Nordkoreas hat das zur Folge, dass die koreanische Bevölkerung ständig mit einem Bruch des Waffenstillstands und einer erneuten Invasion zu rechnen hat.

Dies sind die militärischen und geschichtlichen Fakten auf der einen Seite. Das alltägliche Leben auf der anderen Seite spricht jedoch eine andere Sprache. Denn auch wenn Seoul nur 55 Kilometer von der DMZ entfernt liegt, wird der Alltag nicht mehr vorrangig durch den Koreakrieg bestimmt. Hin und wieder gibt es Drohungen aus Nordkorea, die unter anderem mit Auseinandersetzungen an der Grenze verbunden sind. Die letzte nennenswerte Auseinandersetzung ereignete sich im Jahr 2013, die mit der Machtergreifung Kim Jong-un einherging.

Ein Beleg für die hohe Sicherheitslage ist die Abwesenheit einer Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Die Einschätzungen der aktuellen Sicherheitslage und etwaige Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bezüglich Südkorea können hier eingesehen werden.

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